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Storchenhof-Erlebnistag 20. Juli 2024

Storchenhof-Erlebnistag der Sinne

Nun gut, 36°C waren es am 20.07.2024 noch nicht, aber zeitweise fühlte es sich wirklich so an.

Das war wahrscheinlich auch der Grund, dass dieser Erlebnistag nicht ganz so stark besucht war, wie sonst. Wer uns aber besucht hat, der lernte wieder viel Neues und 5 seiner Sinne neu kennen.

Unsere Mitarbeiter gaben wieder alles, damit unseren Gästen einen schönen Tag ermöglicht werden konnte.

Vom Braunkehlchen durch ein "Fernglas" suchen, über Farbmischungen und Ballwerfen hin zum Vogelstimmenunterricht, es war vieles dabei. Kulinarisches aus natürlichen Zutaten für Mensch und Tier wurde angeboten. Für die Vierbeiner unserer Besucher standen Tierphysiotherapeuten mit ihrem Rat bereit.

Schmecken:

Für das leibliche Wohl sorgen Kaffee und kleine Leckereien unter dem großen Pavillon. Gegen ein paar Euro in die Kasse des Vertrauens kann hier geschlemmt werden. Die nötige Würze geben essbare Wildkräuter, die nicht nur Insekten (einer Grundnahrungsquelle der Störche), sondern auch uns gut schmecken. Auch in flüssiger Form! Denn auch der beliebte Loburger Storchenbiss kann verkostet werden.

Unser Kevin hat sich beim Kuchenbacken wieder verausgabt. Unsere Kathrin hat in ihrem Garten Kräuter gepflückt, zu Pesto verarbeitet und mit Kräutern gewürztes Wasser angesetzt. Das Pesto konnte man zum (ebenfalls von Kevin) selbst gebackenem Vollkornbrot verkosten.

 

Hören:

Wie klingt sie denn, die Nachtigall, oder war es doch die Lerche? An unserem Ökostand ein wenig versteckt auf dem Gelände, kann man es herausfinden. Und wenn Romeo den Hinweisschildern dorthin folgt, weiß er bald genau, wann er aufstehen muss.

Die Freunde vom NABU erklärten unseren Besuchern die Stimmen der Natur. Da man jedoch Töne schlecht sichtbar machen kann, haben wir davon leider keine Aufnahme.

Sehen:

Viel zu sehen gibt es ja immer auf dem Storchenhof, doch was bleibt dem bloßen Auge verborgen?  Die Allerkleinsten, die die Basis der Nahrungskette bilden, zum Beispiel sieht man nur unterm Mikroskop. Oder Vögel, die mit dem Fernglas so nah wirken, als würden sie auf der Schulter sitzen. Nur wer richtig hinsieht, kann auch die Eier des Kiebitzes oder andere Wiesenbewohner sehen und darum herumfahren, zum Beispiel beim Mähen. Warum sehen Vögel eigentlich aus, wie sie aussehen? Und wie kommen die Farben zustande? Mehr dazu an unserem Farbenspiel.

Zu sehen waren natürlich auch die Helden auf dem Storchenhof, nämlich diejenigen, für die wir das alles tun.

Eine große Anzahl vor allem junger, also diesjähriger, Störche warten auf ihre Genesung. Sie haben Verletzungen erfahren, Abstürze oder Kollisionen überlebt.

Durch die Pflege unserer Mitarbeiter und mit Geduld wird hoffentlich die Mehrzahl von ihnen noch in diesem Jahr in die Freiheit entlassen.

 

A propos "Riechen" - bei dieser Wärme konnte man auch in einem gewissen Abstand zu den Volieren den "Duft", der in einem Storchennest herrscht, wahrnehmen.

Riechen:

Wer kann riechen wie ein Storch? Wie gut riechen Vögel eigentlich überhaupt? Nicht gut, war bis vor kurzem die landläufige Meinung. Doch eine Sache können Störche sehr wohl riechen. Welche das ist, das dürfen kleine und große Spürnasen selber erschnüffeln. 

Eine Station mit viel Duft war die Kräuterstation. Das Pesto war ein Geruchs- aber, siehe oben, natürlich ein Geschmackserlebnis.

 

Fühlen:

Mutige Barfüßler dürfen an unserem Fühl-Pfad ihr Können unter Beweis stellen, wer hält es am längsten auf den Tannenzapfen aus? Auch die Hände kommen nicht zu kurz, an mehreren Fühlstationen, die auf dem Gelände verteilt sind. Zwar ist es nicht erlaubt, die Störche zu streicheln, aber die Federn von Tauben oder Hühnern sind genauso weich. Und es kitzelt so schön, wenn sie Körner aus der Hand fressen.

Dafür hatte sich unser Kevin auch wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Er hat ganz besondere Muffins gebacken. Diese Muffins hätten auch den Besuchern schmecken können, vielleicht haben sie das auch. Aber bestimmt waren sie für das Hühnervolk und die Tauben. Viele gute Dinge waren mit viel Liebe dort hineingebacken worden. Die Kinder konnten sie verteilen und die Hühner auch streicheln und spüren, wie sich Gefieder anfühlt.

Traurig war, dass die Kasse des Vertrauens wohl missverstanden wurde, denn gerade einmal für die Hälfte der verzehrten Muffins wurde ein geringer Gegenwert in die Kasse gelegt.

Wohlfühlen?

Sieht man sich die Zahlen an, könnte man meinen, die Störche würden sich bei uns sehr wohlfühlen und in vieler Hinsicht stimmt das auch. Doch in Deutschland und auch anderswo geht es dem Storch nicht immer gut. Von Bauchweh über Durst, Hunger und Verletzungen viel Unwohlsein bescheren wir Menschen ihm. Wie fühlen wir uns damit?

Gebannt lauschten vor allem auch die Kinder, insbesondere die Mädchen, als unsere Sophie ihnen erzählte, wie sehr Störche zum Beispiel unter unserem Müll leiden, den die Störche überall finden und unter anderem auch in das Nest eintragen. Sie zeigten auch viel Mitgefühl.

Auch unsere Vierbeiner fühlen sich manchmal nicht wohl, Abhilfe kann da, wie beim Menschen auch eine Physio-Therapie schaffen.
Sandra Rädel von der Tierphysiotherapie Blue beriet Sie gerne.

 

Mitgefühl:

Wir sind nicht alleine auf der Welt. Unsere Mitgeschöpfe haben ebenfalls Empfindungen. Volker Quedenfeld erzählt die einzigartige Geschichte zweier Kraniche auf dem Storchenhof. Mit neuen Einblicken in die „Gefühlswelt“ eines Kranichs mit körperlichen Einschränkungen, und die Verwirrung, wenn man noch nicht weiß, dass man eigentlich ein Kranich ist.

Gut besucht waren die Vorträge von Herrn Quedenfeld über Schöni und Bella. Er versteht es immer wieder die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen, wenn er emotional über die beiden Schützlinge berichtet.

Mit Gefühl:

Nur mit dem richtigen Gefühl wird auch richtig an unserer Ballwurf-Bude getroffen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Mit viel Mitgefühl und angeregten Gefühlen verließen aber auch zahlreiche Besucher nach einer gewissen Zeit den Storchenhof. Einige verbrachten sogar zwei Stunden und mehr, und man spürte, so richtig Lust hatten sie nicht, das Gelände zu verlassen.

Und so wurde doch die eine oder andere Spende mit viel Gefühl in eine unserer storchigen Spendendosen geworfen, fallen gelassen oder hineingesteckt. Von unserem Stellvertretenden Vereinsvorsitzenden eingeladen zur Verkostung des Loburger Storchenbisses, kehrten auch einige wieder um, um dann auch mit einem angenehmen Gefühl in der Kehle die eine und/oder andere Flasche zu erwerben und mitzunehmen. Und konnte man eben nicht gleich kosten, blieb immer noch das Gefühl, es am Abend tun zu können.

 

Wir danken allen, die zum Gelingen dieser Veranstaltung mitgewirkt haben und natürlich auch unseren Gästen, die mit Spenden helfen, dass es den Tieren weiterhin gut geht.

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